Historie

Rotary ist eine weltweite, unpolitische Vereinigung unter dem „Ideal des Dienens“ im persönlichen, beruflichen und öffentlichen Leben; organisiert in örtlichen Klubs, in denen möglichst viele Berufszweige durch ein Mitglied vertreten sein sollen. Der erste Rotary Club wurde 1905 in Chicago gegründet, der erste deutsche Rotary Club 1927 in Hamburg. Internationale Dachorganisation ist Rotary International, Zentralbüro
 

Entstehungsgeschichte von Rotary

Es war in Chicago, am Abend des 23. Februar 1905, wo Paul Harris, ein Rechtsanwalt, drei Freunde traf, einen Kohlenhändler, einen Konfektionär und einen Bergbauingenieur. Paul Harris verbrachte seine Jugend in einem kleinen Ort in dem ländlichen amerikanischen Bundesstaat Vermont. Die Leute in Wallingford, so hieß der Ort, kannten sich alle, und es herrschte ein Klima der Freundlichkeit und Toleranz, das er in Chicago vermisste. Paul Harris und seine Freunde beschlossen an diesem Abend, einen Kreis von Geschäftsleuten verschiedenster Berufe zu bilden, die sich regelmäßig in einer Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens treffen sollten. Die Treffen (Meetings) sollten der Reihe nach (rotating) in den verschiedenen Büros stattfinden, so entstand der Name Rotary Club.

Ein Mitglied schlug als Emblem ein Wagenrad vor. Am Ende des Jahres bestand dieser erste Rotary Club aus 30 Mitgliedern. Der zweite Club wurde 1908 in San Francisco gegründet. Rotary überschritt 1910 die nationalen Grenzen mit der Gründung des ersten Clubs in Winnipeg, Kanada. 1921 war die Organisation auf allen Kontinenten vertreten, 1922 wurde der Name Rotary International angenommen. Schon 1911 entstand der erste Club in Europa, in Dublin, Clubs in London und Belfast folgten. 1927 entstand in Hamburg, dann in Frankfurt ein Rotary Club. 1937 lösten sich die bis dahin entstandenen 44 deutschen Clubs selbst auf. 1947 wurde ein Neuanfang gewagt, 1949 wurden die deutschen Clubs wieder in Rotary International integriert. Nach der deutschen Wiedervereinigung entstanden zahlreiche Clubs in den neuen Bundesländern. Heute gibt es 1,2 Millionen Rotarier in mehr als 29000 Rotary Clubs in 161 Ländern.
 
 

Ziele

 

Ethische Grundsätze

Der erste Kongress 1910 in Chicago legte die rotarischen Prinzipien fest: “He profits most who serves best“ (Wer andern dient, gewinnt für sich selbst). Ergänzt 1911 durch “Service not self“, später “Service above self“ (Dienen geht über den eigenen Vorteil).
  • 1921 wurde die „Förderung des internationalen Friedens und guten Willens“ formuliert.
  • 1929 wurden die vier Dienstzweige festgelegt: Clubdienst, Gemeindienst, Berufsdienst, Internationaler Dienst.
 

Ziele von Rotary

Rotary gibt seinen Mitgliedern klare Ziele:
  • Bemüht euch um Verständigung.
  • Baut Brücken der Freundschaft.
  • Dient dem Wohl der Menschen.
  • Handelt fair in allen Lebenslagen.
 
1933 wurde die Vier-Fragen-Probe formuliert:
  • Ist es aufrichtig?
  • Ist es fair für die Beteiligten?
  • Wird es Freundschaft und guten Willen fördern?
  • Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?
 
Rotarier sind aufgerufen, an einer Verbesserung der Lebensbedingungen in Not leidenden Regionen mitzuarbeiten. Zahlreiche Clubs unterstützen - wie der Rotary Club Münster-Himmelreich - humanitäre Projekte für Menschen in Not in anderen Ländern.
 
 

Fragen

 

Wie werde ich Mitglied?

Mitglied kann man nur werden auf Vorschlag eines Clubmitglieds. Die Förderung der Aufnahme durch ein Clubmitglied kann bisweilen trotz einer positiven Reaktion der Mitgliederversammlung nicht zu einer baldigen Aufnahme führen. Möglicherweise ist die Berufsgruppe bereits vertreten oder der Club hat eine Anzahl neuer Freunde aufgenommen, die noch nicht voll integriert sind, um nur zwei Gründe zu nennen, die mit der Person des Kandidaten nichts zu tun haben. Eine Ablehnung ist heikel, besonders wenn sie einen gut geeigneten Kandidaten trifft.
 

Rotary, ein Männerbund?

Bis Mitte der 80er Jahre nahm Rotary nur männliche Mitglieder auf, Lebenspartnerinnen konnten sich in den Inner Wheel Clubs treffen (weitere Informationen unter www.innerwheel.de).
Durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten erkämpften sich die Frauen der USA den Zugang zu fast allen bisher nur den Männern vorbehaltenen Gruppen, einschließlich der United States Marines und natürlich auch Rotary. Deutschen Clubs ist es freigestellt, weibliche Mitglieder aufzunehmen, der Rotary Club Münster Himmelreich hat sich zu dieser Veränderung des Clublebens noch nicht entschlossen.
 

Müssen Rotarymitglieder „wohlhabend“ sein?

Reichtum ist kein Aufnahmehindernis und kein Erfordernis. Es sollten möglichst viele verschiedene Berufszweige vertreten sein. Das Leben bringt es aber so mit sich, dass viele Berufe einerseits interessant und befriedigend sind, andererseits die Ansammlung irdischer Güter nur sehr unvollkommen ermöglichen. So finden sich in den Rotary Clubs Mitglieder in den unterschiedlichsten materiellen Verhältnissen. Wichtig ist, dass das Mitglied in seinem Beruf Anerkennung findet, ein offenes Herz und in seinem ganz persönlichen Rahmen auch eine offene Geldbörse für die humanitären Projekte des Clubs hat. Der finanzielle Bedarf für das Clubleben ist eher bescheiden.
 

Ist die deutsche Staatsangehörigkeit zur Aufnahme erforderlich?

Staatsangehörigkeit, politische und religiöse Überzeugungen, die sich im rechtsstaatlichen Rahmen bewegen, spielen keine Rolle.
 

Wie oft treffen sich Rotarier?

Rotarier treffen sich wöchentlich, nach einem gemeinsamen Essen findet ein Vortrag statt. Viele Clubs wie RC Münster-Himmelreich laden die Lebenspartner periodisch zu den Meetings ein. In den USA, wo das “Powerbreakfast“ in Mode gekommen ist, treffen sich Clubs bisweilen auch zu einem Frühstücksmeeting.
 

Was hat es mit der „Präsenz“ auf sich?

Man kann die rotarische Freundschaft nur pflegen, wenn man am Gemeinschaftsleben teilnimmt. Es wird deshalb erwartet, dass das Clubmitglied im Rahmen seiner beruflichen Möglichkeiten am Clubleben teilnimmt. Erlaubt ein Berufsbild nur eine seltene Teilnahme an den Meetings, sollte von einer Mitgliedschaft abgesehen werden, Rotary erfordert die persönliche Begegnung. Rotarier kann man nicht virtuell sein. Eine Teilnahme an Meetings anderer Rotary Clubs gilt als Präsenz.